Schaufensterkrankheit
​​​​​​​Erkrankungen der Arterien sind in der überwiegenden Mehrheit durch die Arteriosklerose bedingt (Gefässverkalkung). Die Arteriosklerose ist eine Krankheit des gesamten Körpers (systemisch) mit allerdings unterschiedlichen Hauptschauplätzen: Sind primär die Beinschlagadern betroffen spricht man von Schaufensterkrankheit. Bei den Herzkranzgefässen ist es die koronare Herzkrankheit, bei den Nieren- und Darmschlagadern die viszeralarterielle Verschlusskrankheit und beim Gehirn sind die Halsschlagadern betroffen (zerebrovaskuläre Verschlusskrankheit). Bei der Erkankung werden die Arterien meist verengt, können sich aber auch erweitern (Aneurysma).
Ursache und Symptome
​​​​​​​​​​​​​​Die Schaufensterkrankheit (PAVK) ist mit zunehmendem Alter in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig. Typischerweise kommt es beim Gehen konstant und nach immer der gleichen Gehstrecke zu krampfartigen Muskelschmerzen, da der Muskel wegen der Gefässverstopfung zu wenig Blut erhält. Die Schmerzen zwingen den Patienten nach einer gewissen Gehstrecke zum Hinstehen. Nach einigen Minuten Pause kann dann wieder dieselbe Strecke gelaufen werden.
Deutlich seltener sind auch die Arme mit ähnlichen Symptomen von Muskelschmerzen bis hin zu Schwindel bei Arbeiten über Kopf betroffen (subclavian steal syndrome). Im schlimmsten Fall führt die Mangeldurchblutung zum Absterben von Gewebe, was leider häufig zu Amputationen führt.
Epidemilogie
​​​​​​​Die Erkrankung ist unbehandelt mit einer etwa 6-fach erhöhten Sterblichkeit vergesellschaftet, weshalb eine zuverlässige Diagnose essentiell ist. Das tückische an der PAVK ist, dass ¾ der betroffenen Menschen keinerlei Symptome wie genannte Muskelschmerzen aufweisen. Deren Sterblichkeit ist statisch aber ebenfalls 6-fach höher im Vergleich zu gesunden Vergleichspersonen.
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Diagnose
Erfreulicherweise kann die PAVK mit ganz einfachen Methoden sehr zuverlässig diagnostiziert werden. Eine Messung an den Beinen ist ähnlich einfach, wie die Blutdruckmessung am Oberarm mit Manschette. Das Messgerät bestimmt den ABI (Ancle-Brachial-Index), macht Oszillometrie und Pulswellengeschwidigkeit und vieles mehr. Zusammen mit der Ultraschalluntersuchung der Gefässe ist dann die Diagnose mit hundertprozentiger Sicherheit möglich.
Therapie

Die Behandlung zielt dann in erster Linie auf die Behandlung der bekannten Risikofaktoren: Rauchverzicht, medikamentöse Behandlung von hohem Blutdruck, Cholesterin und Diabeteskrankheit. Eine leichte Blutverdünnung mit Aspirin verhindert weitere Verstopfungen in den Arterien. Ein gesunder Lebensstil und häufige Bewegung sind unverzichtbar für den Therapieerfolg.

Bei einem Teil der Patienten wird aber auch eine Revaskularisation (Wiederherstellen der Durchblutung) nötig, da die medikamentösen Massnahmen nicht ausreichen. Meist kann die Durchblutung dann minimal-invasiv mittels eines Ballonkatheters verbessert werden. Dies geschieht unter Röntgendurchleuchtung, wobei die Engstellen der Becken- und Beinschlagadern über einen Zugang in der Leistenarterie mit einem Ballon aufgedehnt werden können. Wenn auch das «ballönle» nicht möglich ist, bietet die Gefässchirurgie diverse weitere Optionen.


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